Willkommen!

Jemand riet mir einmal, mich als Künstlerin mit Meinungsäußerungen in der Öffentlichkeit zurückzuhalten. Wer sich zu Themen wie Gesellschaft, Politik oder Familie positioniere, laufe Gefahr, seine „Kundschaft“ zu verlieren. Ich halte das für falsch.

Kunst ohne Standpunkt ist hübsch, aber inhaltlich leer.

S.R.

Update Apr 16 Neue Kategorie: Rezepte. Die Kunst geht schließlich auch durch den Magen, oder so.
Update Apr 16 Neue Kategorie Satire. Ohne Humor geht sowieso nichts.
Update Jul 16 Neue Kategorie Reiseszenen. Jegliche Ähnlichkeit der Charaktere mit realen Personen ist zufällig…

Apfelsaft, Nein Danke! – Aufruf zur i-Volution

apfelsaftneindanke

apfelsaftneindanke

Ein bitterer Tag für die Menschheit. Das iPhone 7 wurde getestet und es sieht nicht gut aus. Nachdem die Presse in der Ankündigung ihres Livetickers noch über das fragwürdige Design der kabellosen Kopfhörer spekuliert, bestätigt der niederschmetternde Bericht des Standard wenig später die Befürchtungen: Die Airpods sitzen schlecht und das Schlimmste ist, dass sie echt uncool aussehen. Und als ob ein Schicksalsschlag der gebeutelten Welt nicht gereicht hätte, erfährt man, dass der neue Homebutton mehr als schrecklich sei. All dies liest man nur so nebenbei. Man verdrängt es, schiebt es weg, und ich verstehe es, denn wie sollte man morgens aufstehen und zur Arbeit gehen, wenn man nicht hoffnungsvoll nach vorne blickte?
Dabei sind es genau diese Probleme, über die wir wirklich diskutieren sollten, während sich die Politik hinter Fassadenthemen wie Flüchtlingshilfe, Steuerflucht oder Bildungsreform versteckt. Wir müssen dem schrecklichen Homebutton und den uncoolen Airpods endlich die Stirn bieten! Deshalb Weiterlesen

Muss ich…? – Über das Frausein, die Burka, das Hüftraster und Salat.

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Muss sich eine Frau unterdrücken lassen, weil sie eine Frau ist? Muss ich diese Unterdrückung oder vielmehr ihre Symptome verbieten, obwohl sich dadurch nichts am ursprünglichen Problem ändert? Muss ich einer Frau, die potenziell vom familiären männlichen Umfeld unter Druck gesetzt wird, das Tuch vom Kopf, die Burka vom Leibe reißen und sie dafür anprangern, was Ihre Väter anrichten? Muss ich denn der geprügelten Frau die Selbstschuld auferlegen, indem ich sage: „Wie konntest du dich nur schlagen lassen? Ich verbiete dir ab sofort, jemals wieder mit einem blauen Auge auf die Straße zu gehen.“?
Muss ich die Frau, die einem religiösen Gesetz unterworfen ist, einem konträren staatlichen Gesetz unterwerfen, das sie zerreißt? Muss ich die verantwortlichen Männer vor Angst ignorieren und einen angeblichen Befreiungskampf auf den Frauen austragen?Muss ich einen Mann – egal in welche Richtung – entscheiden lassen, wie ich als Frau mich anzuziehen oder eben nicht anzuziehen habe? Muss ich die Männer einfach machen lassen? Muss ich mich ihnen unterordnen?

Muss ich erst „Nein“ brüllen, Weiterlesen

Reiseszenen – #2 Lesen und lesen lassen

ALBERT, ein junger Opernsänger, derzeit im Urlaub
LUISE, seine Frau, ebenfalls junge Opernsängerin, ebenfalls derzeit im Urlaub
FRAU DOKTOR HALUCHS-BERGER, Inhaberin eines Doktortitels, Festspielbeobachterin
HERR HELMHUBER, Kommerzialrat, Kenner
FRAU HELMHUBER, seine Gattin
ALBERT sitzt in ein Buch vertieft auf einer stillen Bank am Ufer. LUISE sitzt neben ihm und blickt gedankenversunken auf den See.

HELMHUBER: (setzt sich dazu, zu ALBERT:) Was lesen Sie denn da?

ALBERT: (ohne aufzublicken) „Die Strudlhofstiege“.

HELMHUBER: Ja, das habe ich auch gelesen.

FRAU DOKTOR: (eilt dazu) Ich auch!

ALBERT lächelt höflich und liest weiter.

FRAU DOKTOR: Das ist ja ein sehr mühsames Buch.

HELMHUBER: Jaja.

FRAU DOKTOR: Der Anfang liest sich sehr mühsam.

ALBERT: Im Gegenteil! Was für eine schöne Sprache…

FRAU DOKTOR: (lächelt nervös)

ALBERT: (beginnt wieder zu lesen)

HELMHUBER: (unvermittelt) Sie sehen wahrscheinlich keine Krimiserien…?
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Reiseszenen – #1 Generation Sparschiene

LUISE, eine junge Reisende in einem schönen Sommerkleid
SCHALTERBEAMTIN der Österreichischen Bundesbahnen
SCHALTERBEAMTER der Österreichischen Bundesbahnen
FRAU SCHNITTER-MÖLL, Mittfünfzigerin aus gutbürgerlichem Kreise in einem blass-oliv-farbenen Leinenkostüm mit Perlenkette
HERR SCHNITTER, ihr Ehemann

LUISE betritt mit ihrem Handgepäckskoffer den Eingang zur ÖBB-First-Class-Lounge, weist beim SCHALTERBEAMTEN ihr digitales Ticket vor und begibt sich vor die elektronische Eingangstüre. Die Türe bleibt verschlossen.
Daneben sitzt eine SCHALTERBEAMTIN, die auf ihren Bildschirm blickt.

SCHALTERBEAMTIN: (am Telefon) …und da bin ich nicht zuständig. (legt den Hörer auf)

LUISE: (höflich) Verzeihung, würden Sie mir bitte die Türe öffnen? Weiterlesen

Wir da oben

jesuishautevolee
„Wir da oben“ müssen zusammenhalten!

„Wir da oben“, die erlauchten Künstler und Künstlerinnen, die wir die Mieten unserer schicken Lofts im Ersten Bezirk von Philosophie, Applaus und Verblendung bezahlen.
„Wir da oben“, die intellektuellen Akademiker und Akademikerinnen, die wir noch nie ein echtes Problem echter Menschen kennen lernen mussten, da wir durch unsere Milliardengagen etwas besseres sind.
„Wir da oben“, die Weiterlesen

Für Europa! – Ein Statement

europa

Für Europa!

Unsere Generation ist in Wohlstand und Frieden geboren. Wir können uns nicht vorstellen, was es für uns bedeuten würde, diesen Wohlstand und Frieden zu verlieren. In einer Europäischen Union aufzuwachsen, die es uns ermöglicht unsere Persönlichkeiten frei von nationalen und kulturellen Grenzen zu entwickeln, ist ein Privileg, das wir schätzen, hochhalten und bewahren müssen.

Wir haben diese Errungenschaften der letzten hundert Jahre unseren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern zu verdanken. Sie aufs Spiel zu setzten, wäre mit Konsequenzen verbunden, die für unsere Generation unvorstellbar und unabsehbar sind. Innerhalb der langen Geschichte Europas ist die europäische Staatengemeinschaft eine noch junge Pflanze, die nur durch unser gemeinsames Zutun zu einem starken Baum werden kann: Europa kann nur gemeinsam wachsen!

Dies wird den Einzelnen immer wieder vor die Herausforderung stellen, aus der egoistischen Perspektive heraus zu treten, um sich dem Gegenüber ganz vorurteilsfrei zu öffnen.
Jede Beziehung muss auch Konflikte lösen um zu wachsen. Eine Lösung kann nur im Dialog gefunden werden. Nationaler Egoismus schließt einen solchen Dialog aus.
Als Generation des neuen Jahrtausends liegt es in unserer Verantwortung, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, sondern in Weisheit, Liebe und Respekt füreinander zu handeln.

Europa: „Auch Dissonanzen gehören zu einem harmonischen Gebilde“

Einklang. Stellen Sie sich vor, Weiterlesen

Açorda à la Rennert – Erinnerung an eine Brotsuppe

"Açorda à la Rennert" © Rennert
Madeira: die „Blumeninsel“ genannte portugiesische Oase 700 Kilometer vor der marokkanischen Westküste, die einen Naturpark beheimatet, der fast die ganze Insel umfasst, und eine Flora, die in Schönheit und Vielfalt ihresgleichen Sucht und die wilde Küsten mit zarte Blüten vereint. Ich habe mich schon bei meinem ersten Besuch in die Insel verliebt. Dabei kenne ich immer noch nicht alle Ecken, Gott sei Dank, denn so habe ich triftige Gründe, immer wieder zurückzukommen.
Madeira heißt übersetzt schlicht „Holz“. Und von der Hauptstadt Funchal („Fenchel“) aus erreicht man schnell die schwer duftenden Eukalyptuswälder, die die Straßen auf den Berg säumen. Sobald man über den ätherischen Nebel hinausgekommen ist, erschließt sich dem staunenden Reisenden ein Meer aus gelb blühenden Sträuchern. Zwischen Kühen am Straßenrand hat man vielleicht Glück, die Frösche in ihrer Balzzeit zu erwischen und hinter einigen Büschen einen quakenden Teppich aus grünen Beinchen und schwarzen Augen zu entdecken. Ein Stückchen weiter erreicht man auch die berühmten erwanderbaren Levadas.
Bleibt man hingegen an der Küstenstraße, Weiterlesen